| Dezember 2003 |
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01.12.- 07.12.03 An diesem Montag hatte ich vor einen anderen deutschen Fremdsprachenassistenten an seiner Schule zu besuchen, um mal ein paar neue Eindrücke zu bekommen und auch mal eine andere Schule in Edinburgh zu sehen. Da ich zusammen mit Thomas, zu seiner Schule fahren wollte und man zu seiner Schule am besten mit dem Bus fährt, fing mein Montag um 6 Uhr in der Früh an. Es war dunkel, kalt und es regnete in Strömen. Um kurz nach 7 Uhr verliess ich mein Haus, um zur Wohnung von Thomas zu laufen, der ungefähr 15 Minuten von mir entfernt wohnt. Dort angekommen, war ich trotz Regenschirms, ziemlich durchnässt. Dann ging es im Laufschritt zur Bushaltestelle und dann mit dem Bus quer durch die Stadt. Nach einer 40 minütigen Odysee, die Thomas zweimal in der Woche machen muss, kamen wir endlich an der Liberton High School an. Nach Thomas Erzählungen hatte ich mich auf das schlimmste eingestellt. Zu meinem Erstaunen, erwartete mich aber gar keine verliessartige Ruine oder ein aschgrauer Betonblock, sondern ein recht trostlos wirkendes Bauwerk aus den späten Sechzigern. Was mir schon beim Einlaufen in die Schule auffiel war, dass kein Schüler eine Uniform oder ein Kleidungsstück der Schule anhatte, wie es an meiner Schule üblich ist. Der Weg zum Lehrerzimmer war auch nicht anders als an meiner Schule, überall auf den Gängen grölende Kinder und Jugendliche, die man am besten gar nicht zur notiz nimmt. Dann ging es auch schon los, in der ersten Stunde besuchte ich eine Klasse im vierten Jahrgang. Nachdem die Anwesenheit durch die Lehrerin überprüft war, und es immerhin acht von sechzehn Schülern in die Schule geschafft hatten, nahmen Thomas und ich eine Gruppe von vier Schülern, um mit denen eine Art "Frage-Antwort-Spiel" zu machen. Entgegen meiner Erwartungen, war die Disziplin gar nicht so schlecht und auch die Mitarbeit war ok. Sicher könnte das allgemeine Sprachverständnis noch etwas besser sein, aber dennoch war ich mit der ersten Stunde zufrieden. Dann hatten Thomas und ich erstmal zwei Freistunden, in denen ich mir die Schule etwas anschauen konnte und einige der dort vorhandenen Materialien begutachtete. In der vierten Stunde hatten Thomas und ich eine Klasse der zweiten Jahrgangsstufe, und wir sollten diese Klasse von immerhin 30 Schülern, allein unterrichten. Nach einer kurzen Einführung ging es auch los, Thomas und ich teilten die Klasse in vier Gruppen, da wir vier Bildbände von deutschen Städten, Bamberg, Heidelberg, Frankfurt und Mannheim, dabei hatten und die Schüler damit arbeiten sollten. Die Mitarbeit war auch hier besser als von mir erwartet und auch die Leistungen waren ganz in Ordnung. Alles in allem war ich von diesem Tag eher positiv überrascht, da ich doch schon negatives über die Liberton High School gehört hatte. Gut, um ehrlich zu sein bin ich schon sehr froh an der Craigmount High School zu sein, da das arbeiten dort einfach angenehmer und das Umfeld und Niveau einfach besser ist. Den Abend habe ich nach einem kurzen Besuch im Internetcafé in meinem warmen Zimmer verbracht. Am nächsten Morgen musste ich wieder sehr früh raus, zu allem Unglück hatte ich mir übers Wochenende wohl doch eine leichte Erkältung eingefangen, die mich doch recht stark behinderte und mein Wohlbefinden stark einschränkte. Dank des rechtzeitigen Ergreifens geeigneter Massnahmen, die Erkältung einzudämmen, ging es mir am Donnerstag schon wieder viel besser, was auch nötig war, da ich für einen Listening Test eine Kassette zu besprechen hatte. Der Donnerstagabend war dann schon wieder der Beginn meines Wochenendes. Doch aufgrund meines noch immer leicht geschwächten Gesundheitszustands verbrachte ich den Abend größtenteils in der Wohnung, ausgenommen eines kurzen Ausflugs ins Internetcafé. Am Freitag ruhte ich mich erstmal aus, gönnte mir ein ausgewogenes Mittagessen und machte mich am Abend auf zu einer Party bei einer Bekannten und ihrem Freund. Es war ein sehr netter Abend, viele nette Gespräche, einige kühle Biere und einfach das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Kurz nach 1 Uhr machte ich mich dann zusammen mit einer Freundin meiner Bekannten auf den Weg Richtung Innenstadt und zur Bushaltestelle. Sie hatte Glück, ihr Nachtbus sollte in acht Minuten ankommen, ich hatte mal wieder Pech, meiner war leider fünf Minuten zuvor abgefahren, so dass ich mich auf den langen Fussmarsch durch die kalte Nacht machte. Etwas durchgefroren erreichte ich um kurz nach zwei Uhr mein Zimmer, die kalte Luft hat meinen Kopf ganz schön vom Dunst der Party befreit, so dass ich hoffnungsvoll in mein Bett fiel. Der nächste Morgen zeigte mir aber, dass Dosenbier einfach nicht so bekömmlich ist und ich trotz des nächtlichen Spaziergangs eine Aspirin zu mir nehmen musste. Nachdem ich mich dann gegen Mittag etwas besser fühlte, wagte ich mich nach draussen. Ausser der Kälte gab es nichts aussergewöhnliches, so dass ich schon bald wieder in der Wohnung zurück war, dort mit einer Tasse Tee und einem Teller Kekse, die Fussballübertragung der schottischen Liga im Radio verfolgte und mich auf den Abend freute. Denn ich machte mir einen netten Fernsehabend, unterbrochen von einem ausgiebigen und schönen Telefonat mit meiner Freundin. Am Sonntag hatten wir wunderbares Winterwetter, Sonnenschein und eine schöne trockene Kälte. Das musste ich einfach für einen ausgiebigen Spaziergang zum Corstorphine Hill nutzen. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichte ich dann wieder meine Wohnung. Dort wärmte ich mich kurz mit einer Tasse Tee auf und machte mich dann auf den Weg in die Stadt, da ich zum einen ins Internetcafé wollte und zum anderen über den Weihnachtsmarkt gehen wollte. Vom Weihnachtsmarkt war ich alles in allem doch recht enttäuscht und muss sagen, dass ich mich auf den 21.12. freue, wenn ich wieder über Weihnachten in Deutschland bin und noch zwei Tage lang einen deutschen Weihnachtsmarkt besuchen kann. Am Abend schaute ich mit meinen Mitbewohnerinnen Filme auf DVD, der eine war "Red Dragon" und der andere "The Hours". Ob ich nach dem Film auf der Couch eingeschlafen bin oder den Weg in mein Bett gefunden habe, die neue Woche mit neuem Elan angehen konnte oder meine Erkältung mich immer noch ermüden lässt und welche Gestalten sonst noch in Edinburgh auftauchen, werdet ihr am nächsten Dienstag hier nachlesen können. Bis dahin weiterhin eine geruhsame Adventszeit. 08.12. bis 14.12.03 Ich hatte die Nacht von Sonntag auf Montag nicht auf der Couch verbracht, so dass ich relativ ausgeruht am Montag aufgewacht bin. Da ich am Wochenende besuch bekommen sollte, nutzte ich den Montag um meine Wäsche zu waschen und einen Teil der Wohnung aufzuräumen. Nach getaner Arbeit gönnte ich mir einen erholsamen Abend auf der Couch. Am Dienstag ging es dann wieder sehr früh zur Schule, da ich noch vor dem Unterrichtsbeginn einige vorbereitete Arbeitsblätter kopieren musste. Etwas verschlafen erreichte ich die Schule, der Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass ich auch diesen Abend vor dem Fernseher verbrachte und mir das Spiel der Glasgow Rangers gegen Panathinaikos anschaute. Der folgende Tag verlief ähnlich unspektakulär, ausser, dass ich meinen Abend diesmal ausserhalb der eigenen vier Wände verbracht habe. Zunächst ging ich erstmal ins Internetcafé, um mit meiner Freundin zu reden und auch zum offiziellen Chat-Termin meines Schottenchats pünktlich zu sein. Danach schaute ich mir noch das Spiel von Celtic gegen Lyon an, welches die Franzosen dank eines unberechtigten Strafstosses kurz vor Spielende mit 3:2 für sich entscheiden konnten. Müde und über das Spielergebnis verärgert machte ich mich auf meinen Nachhauseweg. An der Schule war am Donnerstag alles wie gehabt, der Unterricht macht mir immer noch viel Spaß und mit den Schülern habe ich kaum Probleme. Am Nachmittag ging ich dann die Aktion "Weihnachtsplätzchen selbstgemacht" an. Dazu hat mir Michaela zwei Ausstechformen und andere notwendige Hilfsmittel per Post geschickt. Nun hiess es erstmal ein paar Anfangsschwierigkeiten überwinden. Das erste Problem ergab sich gleich zu Anfang, ich stand vor der Aufgabe, die notwendigen Zutaten ohne eine Waage abzumessen. Als Hilfsmittel benutzte ich einen Messbecher mit einer Pint- und Unzeneinteilung. Ich muss zugeben, dass die Mengen dann mehr geschätzt als gewogen waren, aber darauf konnte ich unter den gegebenen Umständen keine Rücksicht nehmen. Nach erfolgreichem Kneten des Teigs, lies ich diesen einige Zeit ruhen, danach folgte auch schon Problem Nummer zwei. Wie sollte ich den Teig ohne ein Nudelholz oder ähnliches ausrollen? Die Lösung kam von meiner Freundin, ich sollte eine leere Wasserflasche mit Wasser füllen und diese dann benutzen. Ihr werdet staunen, aber nach einigen Anfangsschwierigkeiten gelang es mir sogar den Teig einigermassen gleichmässig auszurollen. Dann machte ich mich auch schon ans Ausstechen der Plätzchen. Das Backen ging dann von allein und mit dem Ergebnis war ich einigermassen zufrieden. Einen Härtetest werden die Plätzchen nächste Woche an der Schule überstehen müssen, wenn ich diese meinen Schülern anbieten werde. Das Backen hatte mich dann so ermüdet, dass ich ziemlich schnell eingeschlafen bin. Zum Glück habe ich freitags frei, so konnte ich in aller Ruhe den Tag angehen, mir etwas zu essen richten und um kurz nach drei Uhr am Nachmittag zum Flughafen in Edinburgh aufbrechen. In weniger als 20 Minuten war ich dort und nach einer kurzen Ehrenrunde über das Terminalgelände, fand ich auch einen Parkplatz. Dann begab ich mich in die Eingangshalle und wartete auf den Flieger aus London, in dem Christoph sitzen sollte. Mit etwas Verspätung kam der Flieger an und Christoph war also nun in Schottland gelandet. Nachdem er sein Gepäck hatte, machten wir uns auf den Weg zu meiner Wohnung. Für den Rückweg benötigten wir etwas mehr Zeit, da doch ein starker Verkehr in Richtung Edinburgh Stadt herrschte. In meiner Wohnung angekommen, gönnten wir uns erstmal eine kurze Ruhepause, ehe wir um kurz vor 19 Uhr den Bus in Richtung Stadtzentrum enterten. Nach einem langen Flug war Christoph natürlich hungrig, so dass wir uns erstmal eine Lokalität zum Speisen suchten. Da uns mehr der Sinn nach einem deftigen Pub-Essen stand, liessen wir sämtliche Take Aways hinter uns und zogen es vor in das Restaurant der Rose Street Brewery zu gehen. Das Essen war in Ordnung und auch das Bier schmeckte sehr gut. Nach diesem Start ging es dann weiter in Richtung Old Town. Hinter der Waverly Station gingen wir dann in die Half Way Bar, was ein ziemlich kleines, aber dennoch feines Pub ist. Von dort ging es weiter in Richtung Old Town, da uns aber der Sinn nach Livemusik stand, gingen wir in das Pub "The Scotsman". Dort spielten auch wieder die zwei bekannten Musiker, welche schon auf dem Video zu sehen sind, das man sich auf meiner Seite runterladen kann. Es war wie immer sehr voll und die Stimmung war recht ausgelassen. Kurz vor ein Uhr machten wir uns, um einige Biere voller und die Taschen, um einige Pfunde erleichtert, auf den Weg zum Nightbus, den wir diesmal auch rechtzeitig erreichten. Der Samstagmorgen war etwas mühsam, aber dennoch gelang es uns um 9 Uhr aufzustehen. Draussen war es leicht bewölkt, aber zum Glück trocken. Zunächst wollten wir unseren leeren Bauch mit einem original schottischen Frühstück füllen, dazu steuerten wir das "Frankensteins" an. Christoph war von der Einrichtung des Pubs total begeistert, vom schottischen Frühstück weniger. Welcher kontinental-europäische Magen verträgt am Morgen auch schon gebratenen Haggis und Schwarzwurst? Das Frühstück ist trotzdem sehr lecker und vor allem reichlich, so dass die knapp 6 Pfund gut investiert sind. Nun hiess es erstmal Postkarten besorgen, nachdem auch dies erledigt war, suchten wir uns ein gemütliches Pub am Grassmarket in dem man Fussball schauen, Karten schreiben und dazu ein gepflegtes Bierchen geniessen konnte. So verschlug es uns in das Black Bull No. 17, die Zeit verging und um kurz vor 14 Uhr machten wir uns dann auf die Suche nach dem Tynecastle Stadion. Die Richtung hatte ich grob im Kopf, aber ohne Karte war es doch schwieriger als gedacht, den Weg zu finden. Nach einem kleinen Umweg standen wir dann doch in der Schlange die zum Stadion führt und verpassten nichts. Wie es sich zu einem Fussballspiel gehört aßen wir Steak Pie und trnaken Bovril dazu, da es ja in britischen Stadion grundsätzlich keinen Alkohol gibt. Um 15 Uhr war dann pünktlich Anpfiff zur Partie zwischen den Hearts of Midlothian und Kilmarnock. Die erste Halbzeit war zum Abgewöhnen. In der zweiten Hälfte sollte sich das ändern. Die Hearts kamen immer besser ins Spiel und erzielten nach einer schönen Flanke das 1:0. Danach hätten sie locker erhöhen können, aber es gelang ihnen nur ein weiterer Treffer, so dass man bis zum Abpfiff zittern musste. Nach Ende des Spiels besuchten wir noch kurz den Fan-Shop und machten uns danach auf den Weg etwas Essbares zu finden. Da wir Geld sparen wollten, kehrten wir in einer Dönerbude ein, danach setzten wir unsere Reise durch Edinburghs Pubszene fort, die auch diesmal im "Scotsman" endete. Später als geplant ging es Richtung meiner Wohnung, so dass der Sonntag mit einiger Verzögerung startete. Statt um 9 Uhr aufzustehen, war es kurz vor 10 Uhr. Nach einem reichhaltigen Frühstück zuhause, wollte Christoph nun auf Shopping-Tour gehen. Ich hatte nichts einzuwenden und so liefen wir quer durch 90% aller Läden in der Stadt. Nachdem wir alles, was wir so an Weihnachtsgeschenken mit nach Deutschland nehmen wollten, gefunden hatten, gönnten wir uns einen Burger im "Garfunkels", dieser war aber so unappetitlich, dass es einem um die knapp 6 Pfund leid tat. Danach brachten wir unsere frisch erstandenen Schätze nach Hause und machten uns nach einer Tasse Tee auf den Weg zur Usher Hall, wo am Abend das Belle & Sebastian-Konzert stattfinden sollten. Vorher gönnten wir uns einen Umweg über den German Christmas Market, da wir doch noch etwas essen wollten, aber dort gab es nur überteuerte Nürnberger Rostbratwürste oder miserabel zubereitete Schupfnudeln mit Sauerkraut, so dass wir unsere 3 Pfund im Burger King ausgaben. Danach ging es dann zur Usher Hall, wo es noch relativ ruhig war, da wir noch eine Stunde bis zur Hallenöffnung hatten. Nach einem kurzen Tankstop im "Shakespeares" betraten wir das Foyer der Usher Hall. Diese Halle ist ein sehr altes Gebäude und es werden dort größtenteils klassische Konzerte gespielt, dementsprechend ist auch die Athmosphäre. Ich muss zugeben, dass ich sehr froh darüber war, dass wir Sitzplätze auf der Empore hatten, denn zum Stehen hatte ich einfach keine Kraft mehr. Die Vorgruppe war für meinen Geschmack etwas zu sehr projektmäßig, denn es gab keinen Gesang, sondern die Band spielte und der Poet trug dazu Gedichte vor. Naja, wems gefällt... Dann endlich kamen Belle & Sebastian auf die Bühne und es war herrlich. Ein wunderschönes Konzert, abwechslungsreich, mit einer wortgewandten Band und vielen lustigen Ereignissen auf der Bühne, die nicht immer geplant waren, so z.B. dass der Schlagzeuger auf die Toilette muss und es deswegen einen kleinen Plausch mit dem Publikum gibt. Nach dem Konzert machten wir uns glücklich aber müde auf den Nachhauseweg. Erschöpft sanken wir auf die Couch im Wohnzimmer, gönnten uns eine Tasse Pfefferminztee und schauten uns eine Repotage über Jonny Wilkinson, den englischen Rugby-Gott an. Irgendwann bin ich dann in mein Bett, damit ich am nächsten Tag fit genug war, um Christoph zum Flughafen zu fahren. Ob Christoph seinen Flieger rechtzeitig erreicht hat, ich mit meinem Auto den Weg vom Flughafen zurück zu meiner Wohnung gefunden habe und was die letzte Woche vor Weihnachten so an der Schule passiert, könnt ihr dann am Tag vor Heilig Abend hier nachlesen, danach wird es erstmal eine kurze Pause geben, bevor es ab dem 05. Januar weitergeht. Bis dahin eine stressfreie letzte Adventwoche... 15.12.- 21.12.03 Relativ entspannt und ausgeruht bin ich am Montagmorgen aufgewacht, es war ein herrlicher Tag und ich hatte frei. Nach ausgedehnten Streckübungen machte ich mich auf den Weg ins Bad. Seltsam, irgendwas schien ich vergessen zu haben. Ein Blick ins Wohnzimmer genügte und dort saß Christoph, die Zeitung lesend und auch mich wartend auf der Couch. Jetzt wusste ich es wieder, ich muss ihn ja noch zum Flughafen bringen. Nach einer kurzen Wäsche und einem stärkenden Frühstück machten wir uns noch auf den Weg zum Supermarkt, da Chritoph noch ein paar original schottische Lebensmittel einkaufen wollte. Nachdem er seine Taschen mit Steak Pie, einer weiteren Flasche erstklassigen Whiskeys und anderen Dingen gefüllt hatte, ging es auch schon zum Flughafen. Dort verabschiedete ich mich von ihm und fuhr nach Hause, denn am Abend wollten wir eine kleine Weihnachtsfeier in unserer WG für uns machen. Zusammen mit Ruby bereitete ich das Essen vor, da Kirsty noch bei der Arbeit war, es gab Reis mit Gemüse auf brasilianische Art und ein gut gewürztes Hühnchen. Es war ein sehr entspannter und vor allem kostengünstiger Abend. Am Dienstag fing der Tag wie jeden Dienstag sehr früh an, an der Schule stand für mich in dieser Woche hauptsächlich Weihnachten auf dem Lehrplan, ich veranstaltete Spiele und erzählte über Weihnachten in Deutschland, dazu gab es Süßigkeiten und von mir selbstgebackene Plätzchen. Den Schülern hat es viel Spaß gemacht und auch für mich war es sehr entspannend und lustig. Am Abend war ich dann nochmal kurz im Internetcafé. Der Schultag am Mittwoch verlief ählich wie der Dienstag und stand auch ganz im Zeichen von Weihnachten. Am Abend gab Catriona, eine Lehrerin in meinem Departement, eine kleine Abschiedsfeier, da sie zum Jahreswechsel mit ihrem Mann nach Österreich zieht. Es war sehr nett, die Feier fand in einem gemütlichen spanischen Restaurant statt. Donnerstag war dann endlich mein letzter Arbeitstag vor den Ferien, ich muss zugeben, dass ich froh bin, nun eine 17 tägige Pause zu haben. Am Abend schaute ich mir das schottische Pokalviertelfinale zwischen den Hibernians aus Edinburgh und Celtic Glasgow an. Das Spiel endete 2 zu 1 für die Hibs, was mich schon freute, da ich ja immer zu den kleinen und schwachen Mannschaften halte. Freitags stand nun die große Weihnachtsfeier der Lehrer auf der Tagesordnung. Glücklicherweise muss ich ja freitags nicht an die Schule, so dass ich ausgeruht und entspannt gegen 12 Uhr in Richtung des Lokals gehen konnte, in dem die Feier stattfinden sollte. Dort angekommen, gönnte ich mir ein Glas Wasser, da ich nicht so früh am Tag ein alkoholisches Getränk zu mir nehmen wollte. Allmählich trudelte das ganze Kollegium ein, als alle ihre Plätze eingenommen hatten, zog man gegenseitig an seinen Knallbonbons und setzte das darin befindliche bunte Papierhütchen auf den Kopf. Ich muss zugeben, dass mir diese Art einer Weihnachtsfeier bisher unbekannt war, aber dennoch Spaß machte, danach orderte man seine Getränke, wobei ich dabei das Glück hatte die ersten zwei Pints spendiert zu bekommen. Dann startete der Lunch, als Vorspeise hatte ich einen geschmolzenen Ziegenkäse an einem Walnusssalat, mein Hauptgang war ein kräftig gewürztes Hühnchen mit Speckmantel, an einem Chilisorbét, als Beilage gab es kleine gebackene Kartoffeln und sautiertes Gemüse, mein Dessert war ein Creme Caramel Brullé mit einem Biscotti. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich den Preis von 21 Pfund für dieses Menü nicht gerechtfertigt fand. Nach dem Essen lockerte sich dann die Sitzordnung und man kam mal mit jedem ins Gespräch, einige Stunden später und etliche Gläser Bier mehr, ging es dann noch zur Disco. Und da fühlte ich mich dann erstmal überrascht, was man so aus einer Turnhalle machen kann, denn der Laden war eigentlich ein Sportzentrum, dass nur zu bestimmten Anlässen, eine Disco veranstaltet. Es war trotzdem sehr lustig, ich habe viel getanzt und auch noch ein oder zwei Bier getrunken. Als dann gegen 1 Uhr das Licht anging, war ich froh, nach Hause zu könne, da ich sehr müde und erschöpft war. Nach einer halbstündigen Verabschiedung von all meinen Freunden im Kollegium und einem ebenso lang dauernden Fussmarsch erreichte ich meine Wohnung, wo ich sofort ins Bett fiel und am nächsten Tag erst um 12 Uhr aufwachen sollte. Der Samstag stand dann im Zeichen von Erholung, Regeneration und Koffer packen, schließlich wollte ich am Sonntag nach Deutschland fliegen, um Weihnachten mit meiner Freundin und Familie zu verbringen. Gegen 15 Uhr setzte dann am Samstag in Edinburgh der Schneefall ein, gegen 20 Uhr war ich dann der Verzweiflung nahe, denn die Person, die mich am Sonntagmorgen nach Glasgow bringen wollte, hat mir aufgrund des Wetters abgesagt. Was sollte ich nun machen? Nach einem nervenberuhigenden Telefonat mit meiner Freundin, konnte ich wieder klar denken, so ergaben sich folgende Möglichkeiten: Ich konnte in Edinburgh bleiben, den Flug canceln und Weihnachten allein verbringen. Nach kurzem Überlegen, kam dies für mich nicht in Frage. Ich könnte versuchen, noch am Abend nach Glasgow zu kommen, in einem Hostel zu nächtigen und am nächsten Morgen mit dem Zug nach Prestwick fahren. Der Kostenpunkt dieser Option belief sich auf etwas 50 Pfund inkl. aller Bus- und Taxifahrten. Desweiteren konnte ich am nächsten Morgen nach Glasgow fahren, mit dem Risiko den Anschluss nach Prestwick zu verpassen und somit auch meinen Flieger oder ich könnte, trotz der widrigen Wetterumstände mit meinem eigenen alten, aber treuen, Golf nach Prestwick fahren. Ich entschied mich für letzteres und sollte damit goldrichtig liegen, da am nächsten Morgen nichts mehr von dem vorabendlichen Schneechaos vorhanden war. Fröhlich gestimmt startete ich also am Sonntag um 6.30 Uhr in Richtung Prestwick und da ich diese Reise schon einmal gemacht hatte, war es ein Kinderspiel und ich stand um 8.45 Uhr auf dem Parkplatz bzw. davor, denn für einen Aufenthalt von 16 Tagen, müsste ich 66 Pfund fürs Parken bezahlen, darum entschied ich mein Auto vor dem Parkplatz in einer Seitenstrasse abzustellen, in der Hoffnung, dass es auch im neuen Jahr bei meiner Rückkehr dort noch wohlbehalten steht. Im Flughafen konnte ich dann ziemlich bald einchecken, in Ruhe Kaffee trinken und Zeitung lesen und dann um kurz nach halbzwölf auf dem Weg nach Deutschland sein. Nach einem etwas unruhigen Flug landete ich sicher in Hahn, wo schon mein Schatz auf mich wartete. Jetzt bin ich also erstmal in Deutschland angekommen, genauer gesagt bei meiner Freundin. Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite, allen Bekannten und Freunden, die ich an Weihnachten nicht persönlich sehen kann, eine gesegnete und fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich hoffe, dass ihr auch im nächsten Jahr weiterhin meine Erlebnisse im fernen Schottland verfolgen werdet. Bis denn, dann... Euer Alex |

