Mai 2004

    
03.05.- 09.05.04

Nach einer erholsamen Nacht, die mich die Strapazen des vorangegangenen Wochenendes vergessen ließen, wachte ich um kurz nach neun Uhr auf. Es war ein typischer Montagmorgen, das Wetter zeigte sich von seiner wechselhaften Seite und die Welt um mich herum, war wieder der alltäglichen Hektik verfallen. Im weiteren Verlauf des Vormittags passierte nicht allzu viel, außer meinem üblichen Gang zum Supermarkt, verbrachte ich die meiste Zeit am Computer und bereitete den Unterricht für die kommende Woche vor. Dies zog sich auch bis in den späten Nachmittag, unterbrochen von einem kleinen Lunch, bestehend aus einem Obstsalat und danach einer Tasse Tee. Am Abend telefonierte ich dann noch mit Michaela, bevor ich dann zum Einschlafen, die letzten Seiten von Macbeth las. Meinen neuen Mitbewohner habe ich an diesem Tag nur sehr kurz gesehen.

Am Dienstag musste ich dann wieder sehr früh aus dem Haus, da ich zur ersten Stunde an der Schule sein musste. Obwohl die oberen Klassen in dieser Woche mit ihren Examen anfingen, hatte ich einen sehr stressigen Tag. Was wohl daran lag, dass ich dienstags vier Unterrichtsstunden bei Second Years habe. So langsam neigt sich meine Zeit an der Schule dem Ende zu, es sind nur noch vier Wochen, dann ist meine Assistentenzeit in Edinburgh vorbei. Doch im Moment habe ich zuviel zu tun, als das so etwas wie Wehmut aufkommen könnte. Auch wenn ich bei den Vorbereitungen für meine Stunden, nun immer schon das "Ende" im Kopf habe. Trotzdem musste ich in dieser Woche die Schüler, zum letzten Mal, mit deutscher Grammatik quälen. Nach der Schule ging es dann ohne Umwege nach Hause. Dort gab es zum Abendessen eine Pizza und dann erschien ich auch fast pünktlich zum Schottenchat. Warum nur fast pünktlich? Weil mein neuer Mitbewohner das Telefon stundenlang besetzt hatte und ich ihm erst erklären musste, dass ich jeden Dienstag von 19 Uhr bis 21 Uhr das Telefon benötige. Der Chat war wie immer sehr lebhaft und amüsant und es kommen von Woche zu Woche mehr Besucher, was mich und meine Freundin sehr freut. Nach dem Chat verzog ich mich dann in mein Schlafparadies.

Der Mittwoch fing wie immer sehr relaxt an, da ich erst um 10 Uhr an der Schule sein musste. Nach einem gemütlichen Frühstück, fuhr ich wie immer kurz vor 10 Uhr an die Schule, um pünktlich zur Kaffeepause dort anzukommen. Danach hatte ich zum letzten Mal meine Advanced Highers, etwas Wehmut kam hier schon auf, da dies mit Abstand meine Lieblingsklasse war. Zum einem da es sich um drei Mädchen handelte und zum anderen, da hier das beste Niveau herrschte und ich hier wirklich sehr interessante Themen besprechen konnte. So auch in dieser Stunde, in der es um die veränderte Einstellung zu Beziehungen ging. Es war eine sehr angeregte Diskussion und nach der Stunde wünschte ich ihnen auch viel Glück für ihre Prüfungen und viel Erfolg im Studium. Nach dieser entspannten Unterrichtseinheit erwartete mich danach wieder der Horror einer Second Year Klasse. Glücklicherweise ging die Stunde schnell vorbei, da ich mit meinem Material doch das Interesse der Schüler geweckt zu haben schien und sie recht ordentlich mitarbeiteten. Nach der Schule fuhr ich nach Hause, um dort erstmal eine Tasse Tee zu mir zu nehmen. Am Abend unterhielt ich mich dann mit meinem neuen Mitbewohner, sein Name ist übrigens Alexander und er ist deutscher Staatsbürger. Er arbeitet hier in Edinburgh in der gleichen Firma wie Ruby. Alles in allem ist er ganz nett, aber ich muss mich eben erst daran gewöhnen, dass nun noch ein Mann im Haus wohnt und ich nicht mehr der "Hahn im Korb" bin. Später habe ich dann noch mit Flela telefoniert, die mir dann das Ergebnis des Champions Leaugue Halbfinalspiels zwischen Chelsea und Monaco mitgeteilt hat. Es endete 2:2 unentschieden, womit Monaco im Finale in der Arena AufSchalke gegen den FC Porto spielen wird.

Der Donnerstag fing wie immer sehr früh an, nach einem hastig eingenommenen Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Schule. Dort sollte ich in der ersten Stunde einem Schüler bei seinem Examen helfen, d.h. aufgrund einer Leseschwäche ist ihm erlaubt, das Reading Exam von einem Lehrer vorgelesen zu bekommen. Dies habe ich dann auch gemacht, was ohne weitere Probleme ablief. Danach verbrachte ich den restlichen Vormittag mit Recherchen im Internet, bevor ich dann schon vor der Mittagspause auf meinem Heimweg war. Zuhause gönnte ich mir erstmal ein Nickerchen, bevor ich dann etwas in der Küche aufräumte. Am Nachmittag musste ich dann aus terminlichen Gründen das Fußballspiel zwischen Craigmount und der Auswahlmannschaft der Grundschullehrer absagen. Auch ohne mein Mitwirken gewann Craigmount nun das zweite Spiel in Folge. Am Abend schaute ich mir dann das Uefa-Cup Spiel zwischen Marseille und Newcastle an. Nicht unverdient siegte Marseille und steht damit im Finale in Götheborg.

Für den Freitag hatte ich mir nichts besonderes vorgenommen. Zunächst einmal schlief ich bis spät in den Vormittag hinein, bevor ich dann nach einem Frühstück, das schöne Wetter nutzte und mich auf den Weg zum botanischen Garten machte. Dort war einiges los, aber dennoch konnte ich den Sonnenschein und die herrlich warme Frühlingsluft genießen. Nach ca. drei Stunden machte ich mich dann wieder auf meinen Heimweg. Es war perfektes Timing, denn kaum war ich zu Hause angekommen, verzog sich die Sonne und es machte sich ein trübes Wetter breit. Nachdem ich mein Abendessen gekocht und mit meinem Engel im fernen Deutschland telefoniert hatte, verbrachte ich den restlichen Abend vor dem Fernseher. Zunächst schauten wir uns Crimefighters UK an und danach Distraction, meine Lieblingsquizsendung. Es kommt ja hier nicht auf die Schwierigkeit der Fragen an, sondern auf die Ablenkung, welche die Kandidaten während der Raterunde ertragen müssen. Statt den Buzzer direkt drücken zu können, mussten die Kandidaten diesmal zunächst eine Hürde bestehend aus Kakteen überwinden. Es gibt auch andere unschöne Sachen, z.B. mussten sie auch schon ihren eigenen Urin trinken, Rentierhoden in den Mund nehmen, sich von einem Paintballgewehr beschissen lassen, ohne entsprechende Schutzkleidung versteht sich, und vieles mehr. Danach war ich dann auch müde genug, um in mein Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen musste ich dann zeitig aufstehen, da ich zu meinem Kumpel Martyn nach Kirkcaldy wollte. Aufgrund der Baustelle auf der Forth Road Bridge entschied ich mich diesmal mit dem Zug zu fahren. Es hieß keine Zeit verlieren, schnell frühstücken, duschen, Tasche packen und dann auf zum Bahnhof. Dort angekommen hatte ich noch reichlich Zeit, so dass ich nach dem Kauf des Tickets, mich mit Wasser und der Tageszeitung eindeckte. Kurze Zeit später saß ich im Zug nach Kirkcaldy. Es war ein trüber Tag und so war die Fahrt über die Forth Railbridge weniger spektakulär. Fünfundvierzig Minuten später erreichte ich auch dann den Bahnhof von Kirkcaldy. Dort regnete es glücklicherweise nicht, so dass der kleine Spaziergang vom Bahnhof zu Martyn's Wohnung nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Zur Mittagszeit wurde dann das letzte Old Firm Derby dieser Saison übertragen. Wir schauten uns das Spiel gemeinsam in Martyn's Wohnung an, später kam noch sein Neffe Paul und Tom, sein kanadischer Kumpel, den wir letzte Woche in Glasgow besucht hatten. Das Spiel endete 1:0 für Celtic, die damit alle fünf Begegnungen gegen die Rangers in dieser Saison für sich entscheiden konnten. Nach dem Spiel machten wir uns dann auf den Weg zum letzten Saisonheimspiel der Raith Rovers. Im Stadion angekommen gab es zur Stärkung erstmal den obligatorischen Pie und Bovril. Wir hatten kaum unsere Plätze eingenommen, da stand es schon 0:1. Es war ein unterirdischer Torwartfehler, der es dem Stürmer des Gegners sehr einfach machte, einzunetzen. In der ersten Halbzeit spielten die Rovers insgesamt sehr schlecht und so ging es mit 0:1 in die Kabine. Die 25 mitgereisten Anhänger von Brechin City waren gut gelaunt, während die 2298 Rover Supporters ihrem Unmut, durch laute Pfiffe, freien Lauf ließen. Nach der Pause zeigte sich ein anderes Bild, denn nun waren die Rovers aggressiv und kamen zum verdienten Ausgleich. Hätten sie etwas konzentrierter gespielt, wäre durchaus ein Sieg drin gewesen, aber am Ende war es egal, da dieser Punkt zum Klassenerhalt reichte. Erfreut über diese Leistung ging es dann nach Hause, unterwegs machten wir in einem Dönerladen halt. In Martyns Wohnung wurde dann erstmal köstlich gespeist, bevor wir dann einige Runden Fussball auf der Playstation spielten. Später wurde dann Paul von Martyns Schwester abgeholt, dafür kam noch ein weiterer Freund vorbei. So ging es dann auf die Piste. Der Start machte Betty Nichols, ein typischer Pub, in dem wir den guten Cider tranken, danach ging es ins Café Continental, einem eher trendigen Schuppen, von dort ging es in die Sponsorbar der Rovers "bar itza", einer Bar, die etwas mit ihrem mexikanischen Ambiente kokettiert, von dort zog es uns weiter in die Bar None, bevor es zu unserer letzten Station, dem "Kittys", ging. Dort war die Stimmung wie immer sehr gut und zu späterer Stunde spielte sogar eine Liveband, die mit ihrer schwungvollen Soulmusik für richtige Tanzlaune sorgte. Gegen 2 Uhr morgens schleppten wir unsere müden Körper dann nach Hause. In Martyns Haus angekommen spielten wir dann noch bis zum Morgengrauen Fussball auf der Playstation. Als es draußen schon zu dämmern anfing, schliefen wir endlich ein.

Mit unmenschlichen Kreuzschmerzen erwachte ich auf dem Boden in Martyns Wohnzimmer. Als ich mich etwas aufrecht hinsetzen wollte, kamen zu den Kreuzschmerzen noch bedrohliche Kopfschmerzen dazu. So konnte es nicht gehen, es mussten sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden, d.h. zunächst einmal eine erfrischende Dusche, dann mindestens zehn Minuten Zähne putzen und zu guter letzt eine gute Aspirin aus dem Hause Bayer. Es ging mir danach sofort besser und als am späten Vormittag Sinead für uns Frühstück zubereitete, ging es allen sehr gut. Es gab ein typisches schottisches Sunday Morning Breakfast, bestehend aus frischem Brot, gebratenem Schinken, Würstchen, gebratenen Pilzen, Black und White Pudding, ebenfalls gebraten. Es war sehr lecker und so gestärkt konnte ich dann auch den beschwerlichen Heimweg zurück nach Edinburgh auf mich nehmen. Es war ein herrlicher sonniger Tag, zusammen mit Tom machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dort hatten wir Glück, denn zehn Minuten später ging der Zug nach Edinburgh. Die Zugfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass wir pünktlich um 15 Uhr in Edinburgh, Waverly Station einfuhren. Dort verabschiedete ich mich von Tom und machte mich auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle, leider hatte sich die Sonne mittlerweile wieder hinter ein paar Wolken versteckt. Mit dem Bus fuhr ich dann in meine Wohnung, dort packte ich meine Tasche aus und begab mich wieder ins Bett, um mein Schlafdefizit der vergangenen Nacht auszugleichen. Gegen Abend erwachte ich dann wieder und telefonierte mit Michaela, danach schaute ich noch etwas fern, bevor ich um kurz nach 23 Uhr ins Bett ging.

Ob sich die Nachtruhe positiv auf mein Befinden ausgewirkt und vor allem ob sich meine Kreuzschmerzen verzogen haben, könnt ihr wie immer in der kommenden Woche an dieser Stelle erfahren. Bis dahin eine schöne Maiwoche.

Tschüß,

Euer Alex


10.05.- 16.05.04

Am nächsten Morgen erwachte ich ohne größere Rückenschmerzen und ich fühle mich ausgesprochen erholt. Nachdem meine Mitbewohner früh aus dem Haus und zur Arbeit gegangen waren, hatte ich dei Wohnung für mich. Zunächst gönnte ich mir ein ausgiebiges Frühstück und lauschte dem Radioprogramm. Doch meine innere Unruhe trieb mich dann doch in die Küche zum Aufräumen, von dort ins Bad zum Rasieren und dann die Straße hinunter zum Sainsbury's. Dort erledigte ich meinen wöchentlichen Einkauf, doch leider nicht ohne Umweg, denn die Bankautomaten am Sainsbury's waren ,wie so oft in letzter Zeit, außer Betrieb, so dass ich zunächst zur Bank of Scotland fahren musste. Eine halbe Stunde später stand ich dann doch endlich auf dem Parkplatz des Supermarktes. Zuhause angekommen begab ich mich dann an den Rechner, um meine Mails abzurufen, zu schauen ob Michaela evtl. online ist und den wöchentlichen Bericht anzufertigen. Am frühen Nachmittag packte mich dann doch der kleine Hunger, den ich mit einer Schale Müsli und einer Banane stillte. Danach las ich noch etwas in der Zeitung. Um mich dann noch etwas in der Wohnung nützlich zu machen, packte ich den Staubsauger und putzte den Flur, das Wohnzimmer und mein Zimmer. Nun habe ich einen Putzvorsprung von zwei erledigten Aufgaben, so dass ich in den nächsten zwei Wochen nichts mehr für die Wohnung machen muss. Gegen Abend kamen dann auch meine schwer schaffenden Mitbewohner, ich selber verzog mich in mein Zimmer und brachte etwas Ordnung in meinen Papierkram, bevor ich dann mein Bett aufsuchte.

Dienstagmorgen in Schottland. Es war noch viel zu früh zum Aufstehen, aber alles betteln half nichts, mein Wecker war unerbittlich und so raffte ich mich um kurz nach 6.30 Uhr auf und begab mich ins Badezimmer. Fließendes Wasser ist schon eine tolle Sache. Erfrischt und überhaupt nicht mehr müde, verspeiste ich mein Frühstück und verließ dann das Haus. Die kurze Fahrt zur Schule war wie immer sehr eintönig und der morgendliche Berufsverkehr in Edinburgh störte mich nicht mehr. An der Schule angekommen durfte ich erstmal erfahren, dass ich in der ersten Stunde nicht unterrichten müsse, da die Schüler länger bei einer Vorbesprechung, wegen des "Alternative Timetable" waren. So saß ich gelangweilt in der Staff Base herum, überprüfte meinen Zeitplan und musste mit Schrecken feststellen, dass dies meine letzte wirkliche Arbeitswoche an der Craigmount High School war, da ich in der kommenden Woche ein paar Primary Schools besuche und in der Woche darauf der Alternative Timetable, vergleichbar mit den Projekttagen an deutschen Schulen, stattfindet und keine Schule mehr ist. Ich sah mich also nun gezwungen meine Pläne kurzfristig zu ändern und schon in dieser Woche mit meinen Klassen eine Art "letzte, lustige Unterrichtseinheit" zu gestalten. Glücklicherweise hatte ich nun, dank meiner Freistunde, genügend Zeit. Als ich dann auch in der zweiten Stunde meine Klasse begrüßte, konnte ich auch gleich mit meinem Quiz loslegen. Es wurden zwei Teams gebildet und dann ging es auch schon los. Die meisten Fragen konnten die Schüler porblemlos beantworten, besonders die Jungs hatten einen kleinen Vorteil aufgrund der Tatsache, dass insgesamt vier Fußballfragen vorkamen. Es siegten auch jeweils in allen Klassen die Mannschaften, von denen ich es erwartet hätte. Nach dem Quiz verabschiedete ich mich von den Schülern und wünschte ihnen weiterhin viel Spaß in der Schule und am Deutschunterricht. Dies war mit Sicherheit etwas sarkastisch, denn für die meisten dieser Schüler ist Deutsch nur ein überflüssiges Übel. Nach der Schule ging es wie jede Woche schnell nach Hause. Dort bereitete ich mir ein leckeres Abendessen vor und wollte dann nach den Nachrichten pünktlich zum Schottenchat erscheinen. Leider machte mir ein Anruf für Ruby einen Strich durch die Rechnung. So erschien ich mit einer halbstündigen Verspätung im Chat, wo sich auch schon zwei treue User aus dem hohen Norden Deutschlands eingefunden hatten. Es war wie immer sehr lustig und sie berichteten mir von ihrem Wochenende in Peine. Dort waren sie zu einer Art "Highland-Show" mit Dudelsack-Gruppen und echten Schotten im Kilt. Mehr darüber könnt ihr bald auf meiner Seite nachlesen und es wird auch ein paar Bilder davon geben. Nach dem Chat ging es dann für mich auch gleich zum Matrazenhorchdienst, da mich der Tag doch ziemlich geschafft hatte.

Nach einer erholsamen Nacht erwachte ich am Mittwoch wie immer um kurz nach acht. Der Morgen brachte nichts aufregendes und an der Schule erwartete mich genau eine einzige Unterrichtsstunde. So verbrachte ich mehr Zeit in der Staff Base und im Pausenraum als in einem Klassenzimmer. Nach der Mittagspause hatte ich dann noch ein Tape aufzunehmen. So fand ich mich pünktlich in Garys Technikheiligtum ein, dort bereiteten wir alles für die Aufnahme vor und dann konnte ich loslegen und meinen Text aufs Band sprechen. Danach war für mich Feierabend, den ich größtenteils im Wohnzimmer verbrachte. Dort schaute ich fern und am Abend das vorletzte Saisonspiel in der Schottischen Premierleague. Es wurde das Spiel der Rangers aus Glasgow gegen die Hearts übertragen und die Hearts gewannen sogar. Nachdem mich noch mein Schatz anrief und wir einige Zeit telefonierten, war es dann auch schon spät genug, um ins Bett zu gehen.

Am Donnerstag musste ich also zum voraussichtlich letzten Mal an die Craigmount High School, um dort zu unterrichten. Etwas Wehmut kam dabei schon auf, denn die vergangenen Monate sind doch sehr schnell vergangen und ich habe viele schöne, aber auch anstrengende Momente an dieser Schule erlebt. An der Schule angekommen, musste ich dann noch nicht einmal unterrichten, sondern ein Examen überwachen. So werde ich wohl leider eine Klasse gar nicht persönlich verabschieden können. Schade. Nach dieser Stunde konnte ich wieder nach Hause. Dort ruhte ich mich aus und aß zum Lunch einen Chicken Wrap vom Sainsbury's. Um kurz nach 15 Uhr fuhr ich dann mit meinen Sportsachen zur Schule, denn ich spielte heute zum letzten Mal für das Schul-Lehrer-Team. Es ging gegen Burriemuir. Es war ein verdammt hartes Spiel, glücklicherweise hatte ich in der ersten Halbzeit einen ebenbürtigen Stürmer gegen mich, der nicht unbedingt schneller als ich war. So ging es mit einer 1:0 Führung für uns in die Pause. In der zweiten Halbzeit wurde es um einiges schwieriger, da der Gegner nun kräftig Druck machte und eine Angriffswelle nach der anderen auf unser Tor zu kam. Dank einiger Glanzparaden unseres Goalies hielten wir das Ergebnis, erhöhten sogar auf 2:0, doch im Gegenzug bekam Burrimuir einen Strafstoß zugesprochen, den sie auch sicher verwandelten. In einer wahren Abwehrschlacht versuchten wir uns dagegen zu stemmen und ein erfolgreich abgeschlossener Konter brachte uns auf die Siegerstraße, es stand 3:1 und es waren noch 20 Minuten zu spielen. So langsam ging mir die Puste aus und zeitweise hatte ich zwei flinke Stürmer gegen mich. Fünf Minuten vor dem Ende war es so weit, ich kam nicht mehr hinterher und mein Gegenspieler netzte zum 3:2 Anschlußtreffer ein. Nun verteidigten wir mit Mann und Maus und retteten den knappen Sieg über die Zeit. Mit meiner Leistung konnte ich ganz zufrieden sein, auch wenn ich mich bei unserem Torwart für seine Glanzparaden und unsere Stürmer für ihre Traumtore bedanken muss. Nach diesem Sieg und weil es mein letztes Spiel war gingen wir noch in ein Pub namens "Rainbow", das auf dem Weg lag. Dort wurde auf das erfolgreiche Spiel angestoßen und ich konnte meinen Abschied vom schottischen Fußball nehmen. Zuhause ging ich dann früh ins Bett, da ich ziemlich fertig war und das Spiel einige Spuren bei mir hinterlassen hatte.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, war es kaum besser. Mein Schienbein war immer noch blau und schmerzte, auch meine Füße hatten einiges abbekommen, aber alles Jammern half nichts, ich musste aus dem Bett und frühstücken. Den ganzen Tag über ruhte ich mich aus und bewegte mich so wenig wie möglich. Am Abend traf ich mich dann mit Hélène, einer französisch Lehrerin, die im vergangenen Jahr noch an meiner Schule war und die ich schon seit meiner ersten Woche hier in Edinburgh kenne. Wir gingen zusammen essen und unterhielten uns über Gott und die Welt. Kurz nach 22 Uhr verabschiedete ich mich dann von ihr und begab mich auf den langen Heimweg durch nächtliche Edinburgh. Zuhause angekommen, hoffte ich noch mit meiner Freundin telefonieren zu können, doch leider hatte mein neuer Mitbewohner das Telefon, und da ich nicht wußte, wie lange er schon telefonierte, wollte ich ihn nicht unterbrechen, so dass ich es vorzog schlafen zu gehen.

Am Samstag gönnte ich es mir auszuschlafen und stand erst gegen 10 Uhr auf. Nach einem kleinen Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Stockbridge. Es war ein schöner Samstagvormittag, so dass es ein angenehmer Spaziergang war. Mein Ziel war der DVD-Shop, da ich etwas Geld sparen und mein Wochenende zuhause verbringen wollte. Es war gar keine so einfache Entscheidung und ich nahm dann drei Filme mit, von denen ich hoffte, dass sie mich gut unterhalten würden und interessant seien. Der Rückweg war wieder sehr angenehm. Zuhause angekommen ging ich dann ins Internet, wo ich mit meinem Schatz chatten und gleichzeitig die Bundesliga verfolgen konnte. Es war ein sehr spannender Spieltag, denn außer der Meisterschaft und einem Absteiger steht noch nichts fest. Danach bereitete ich mir mein Abendessen vor. Nachdem ich mich satt gegessen hatte, ging es nochmal für einen kurzen Spaziergang um den Block nach draußen, bevor ich dann am Abend den Grand Prix anschaute. Ich muss ja sagen, dass ich mich dafür ja nicht wirklich interessiere, da diese Musik alles andere als meinem Geschmack entspricht, aber lustig ist es allemal. Ich persönlich hätte ja die Türkei wieder gewinnen lassen, weil diese Band mir noch am besten gefiel, aber mit Ukraine als Gewinner wurde eine Künstlerin ausgewählt, die ausser sinnlos auf der Bühne herumhampeln nichts kann, also ovn Gesang konnte man da nicht sprechen. Wirklich schlimm wenn nun schon politische Stimmvergabe das Bild des Eurovisionswettbewerbs prägen. Danach schaute ich mir noch einen Film auf DVD an, "Ash Wednesday", einen Thriller der im New York der Achtziger Jahre spielt und die Geschichte irischer Kleingangster beschreibt. Ganz nett anzuschauen aber nichts besonderes. Nach dem Film bin dann auch schlafen gegangen.

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre und zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Gut gelaunt nahm ich mein Frühstück ein und verließ dann um kurz vor 11 Uhr das Haus. Mein Weg führte mich zunächst zur Bushaltestelle. Dort stieg ich in die altbekannte 41 und fuhr in Richtung Innenstadt. Dort war noch erstaunlich wenig los, aber es war ja auch noch früher Vormittag. Mit dem nächsten Bus fuhr ich dann nach Musselburgh, einer kleinen Ortschaft östlich von Edinburgh. Dort angekommen stieg ich nahe des Stadtzentrums aus, im nächsten Kiosk bewaffnete ich mich mit einer Wasserflasche und ging dann auf Erkundungstour. Zunächst lief ich bis zum River Esk, einem kleinen Fluß, der durch East Lothian fließt und von dem die Glenkinchie Destillerie, welche ich ja schon im Februar besichtigt hatte, ihr Wasser bekommt. So schlenderte ich bei herrlichem Sonnenschein dem Flußlauf entlang bis zu seiner Mündung in den Firth of Forth. Dort bog ich dann nach Westen ab und lief am Strand entlang zurück in Richtung Edinburgh. Es war sehr schön und erholsam, nur wenige Menschen saßen am Strand oder auf der Promenade. Das konstante Rauschen des Meeres, die vereinzelten Schreie der Seemöwen und das ferne Kinderlachen umhüllten meine Gedanken und ließen mich in ein Netz von Träumen fallen. Doch je näher ich Joppa und Portobello kam, desto mehr Leute waren am Meer zu finden und spätestens als ich in Portobello ankam, war es mit dem Träumen vorbei. Dort war der Strand ziemlich voll und es erinnerte einen schon fast an ein Urlaubsdomizil am Mittelmeer statt dem kühlen Edinburgh. Mein Weg führt mich noch einige Minuten an diesem bunten Treiben vorbei, bevor ich mich dann in Richtung Hauptstraße von Portobello aufmachte und dort mit dem nächsten Bus wieder zurück ins Stadtzentrum fuhr. Dort war es auch nicht mehr so ruhig wie am Morgen, im Gegenteil, es herrschte ein reges Treiben und ich hatte Mühe mir meinen Weg durch die Massen zu meiner Haltestelle zu bahnen. Glücklicherweise kam ich noch rechtzeitig und erwischte einen 41, der mich gut nach Hause brachte. Dort ging ich dann ins Internet, denn ich wollte ja den vorletzten Spieltag in der 2. Bundesliga mitverfolgen und hoffte, dass mein KSC gegen die schon abgestiegenen Union Berliner gewinnt. Leider war dem nicht so und da alle anderen Mannschaften auch punkteten, heißt es nun am kommenden Wochenende zittern, hoffen und beten. Ein Sieg gegen die bärenstarken Aachener und es wäre geschafft, denn selbst ein Punkt wird zu wenig sein. Danach gönnte ich mir erstmal einen Rohkostteller bestehend aus einer Karotte, einer Paprika, einer Tomate und einer halben Gurke. Am Abend schaute ich dann meine beiden anderen Filme an, der erste war "Young Adam" mit Ewan McGregor. Eine seltsame Geschichte, aber irgendwie interessant. Während des Films kam Ruby nach Hause, und da sie noch Hunger hatte, bestellte sie eine Pizza. Doch sich nur eine kleine Pizza zu bestellen, die vollkommen ausgereicht hätte, bestellte sie eine Riesenpizza. Somit war mein Plan, etwas weniger zu essen zunichte gemacht worden. Schlechten Gewissens telefonierte ich dann erstmal mit meiner Flela in Deutschland und schaute mir danach den zweiten Film "Black&White" an. Dieser war von den drei ausgeliehenen Filmen der Beste. Gegen 1 Uhr fiel ich dann todmüde in mein Bett.

Was mich in meiner vorletzten Woche so erwartet und wie ich das Erlebnis "Primary School" überstehe, könnt ihr auch in der nächsten Woche hier nachlesen.

Good bye,

Alex


17.05.- 23.05.04

Die Woche fing sehr gut an, denn es war ein herrlicher Montag und ich konnte wie jeden Montag ausschlafen. Nach dem Frühstück schnappte ich mir die DVDs und begab mich auf meinen Weg zur Videothek. Es war ein sonniger Tag und so schlenderte ich gemütlich durch die Straßen. Von der Videothek aus nahm ich dann einen Umweg und ging über den botanischen Garten zurück nach Hause. Dort ruhte ich mich aus, las etwas in meinen Büchern und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein. Am Abend telefonierte ich mit Michaela und schlief nicht zu spät ein.

Diese Woche hatte etwas ganz besonderes, denn ich musste an diesem Dienstag nicht arbeiten und konnte so sehr lange in meinem Bett bleiben. Irgendwann um kurz nach 10 Uhr trieb mich dann der Hunger aus meiner warmen Schlafhöhle. Leider zeigte sich dieser Tag nicht von seiner sonnigen Seite, so dass ich meinen Plan in die Stadt zu fahren und evtl. den Arthur's Seat zu besteigen, fallen lassen musste und stattdessen den Supermarkt aufsuchte. Nach meinen üblichen Einkäufen ging es dann nach Hause, dort sorgte ich für etwas Ordnung in meinem Zimmer und schaute danach etwas fern. Am Abend gab es dann den letzten ordentlichen Schottenchat. Wie immer war es sehr lustig und unterhaltsam, aber es kam auch etwas Wehmut auf, denn so langsam heißt es für mich Abschied nehmen und in Zukunft werde ich dann wieder von Deutschland aus chatten. Nach dem Chat war mein Bett auch nicht weit.

Am Mittwoch stand dann der Besuch in einer Primary School auf dem Programm. Zusammen mit Olivier besuchte ich die East Craigs Primary School. Um kurz nach 10 Uhr trafen wir uns in der Staff Base des Modern Language Departments der Craigmount High School. Wenige Minuten später standen wir dann auch schon vor der East Craigs Primary School. Es war ein Gefühl wie in einer Zeitreise, alles wirkte so klein und die Schüler waren so winzig. Das letzte Mal, dass ich in so kleinen Klassenräumen mit so kleinen Stühlen und Tischen gewesen bin, war zu meiner eigenen Grundschulzeit. In der Schule wurden wir von einer Lehrerin in Empfang genommen, die Olivier zu seiner französischen Klasse geleitete und mit mir zur "deutschen" Klasse ging. Es war eine sehr nette Erfahrung, die Kinder waren anfangs sehr schüchtern. Was wohl an meinem Auftreten in Anzug und Krawatte lag. Doch nach wenigen Minuten war das Eis gebrochen und sie überfluteten mich regelrecht mit Fragen, teilweise auf deutsch, teilweise auf englisch. Die Stunde verging sehr schnell und es war für mich auf jeden Fall ein sehr schönes Erlebnis und mal etwas ganz anderes als die Arbeit an einer High School. Vor allem tragen die Kinder in der Primary School alle ihre Uniformen. Die Uniform von East Craigs war auch ganz ansehnlich, mit schwarzen Hosen bzw. Röcken und grünen Hemden bzw. Pullovern. Nach der Stunde ging es dann wieder zurück nach Craigmount. Dort angekommen, berichteten wir von unseren Erlebnissen und nach dem Lunch ging es dann auch schon wieder nach Hause. Dort trank ich erstmal eine Tasse Tee und kümmerte mich mal wieder um die Organisation meiner kommenden Rundreise durch Bonnie Scotland. Am Abend schaute ich mir dann das Uefa-Cup Finale aus Göteborg an. Es standen sich der FC Valencia und Olympique Marseille gegenüber. Da ich den Herrn Drogba aus Marseille nicht leiden kann, hielt ich zu Valencia, weil sie es auch nach zwei verlorenen Champions League Finalen einfach verdient hätten zu gewinnen. Verdientermaßen gewann Valencia dann auch das Spiel und den Uefa-Cup. Zufrieden ging ich dann zu Bett.

Donnerstags musste ich dann wieder etwas früher aufstehen, da ich um 10 Uhr Olivier abholen musste, da wir direkt zur nächsten Primary School gingen, ohne vorher in Craigmount vorbei zu fahren. Von Oliviers Haus fuhr ich dann in Richtung Murrayfield und direkt hinter dem Rugby Stadion war dann auch die Roseburn Primary School. Es war ein komplett anderes Bild, als in der East Craigs Primary School. Denn die letztgenannte befand sich in einem neugebauten Schulhaus, während Roseburn in einem alten viktorianischen Gebäude untergebracht ist. Die Klassenzimmer waren viel größer, vor allem hatten die Zimmer sehr hohe Decken. Insgesamt blieben wir für zwei Stunden dort und ich hatte in beiden Klassen viel Spaß. Bei der Wahl der Uniformen muss ich sagen, dass es Roseburn echt hart getroffen hat. Denn die Mädchen tragen weiße Röcke und pinkfarbene Oberteile und die Jungs haben dunkle Hosen und matschbraune Pullover. Und wenn man das nun so zusammen im Klassenzimmer oder Schulhof sieht, tut es dem Betrachter wirklich in den Augen weh. Aber Tradition ist eben Tradition. Ich persönlich würde es auch gerne sehen, wenn man in Deutschland Schuluniformen einführen würde. Ich finde es wirklich eine tolle Sache. Nach dem Besuch der Schule habe ich dann Olivier an der Bushaltestelle abgesetzt und bin noch zur Craigmount High School gefahren. Dort berichtete ich wie es an der Roseburn Primary School war und verschwand auch kurze Zeit später. Zuhause ruhte ich mich zunächst aus, bevor ich mal wieder die Landkarte herausholte und weiter an der Route für meine Rundreise arbeitete. Am Abend telefonierte ich noch mit meinem Engel und schlief dann von süßen Träumen begleitet ein.

An diesem Freitag stand ich um kurz nach 9 Uhr auf, da ich um zwölf Uhr an der Schule sein musste. Dort traf ich mich mit Olivier und Ian, unserem Chef, der uns zu einem Abschiedsessen eingeladen hatte. Da ich wußte, dass es zu dem Essen auch bestimmt Wein gab, ließ ich mein Auto stehen und fuhr stattdessen mit dem Bus nach Craigmount. Dort kam ich pünktlich auf die Minute an, einige Zeit später kam dann auch Olivier, der den ersten Bus verpasst hatte. Gemeinsam fuhren wir dann in Ians Auto nach West Linton, einem kleinen Dorf südlich von Edinburgh, umrahmt von den Pentland Hills. Dort gingen wir in ein Restaurant mit dem schönen Namen "The Old Bakehouse". Das Lokal war in einer ehemaligen Bäckerei eingerichtet, und so war dann auch das Mobiliar. Sehr stilvoll und rustikal, ohne aber zu wuchtig zu wirken. Vor dem Essen nahmen wir in der Bar, die ebenfalls sehr schön eingerichtet ist, einen Aperitif ein. Bei der Gelegenheit konnte man an der Wand die ganzen Auszeichnungen betrachten, die das Lokal in den vergangenen Jahren erhalten hatte. Was wirklich sehr angenehm war, ist der Umstand, dass man in der Bar schon sein Menü aussuchen kann und so am Tisch selber wirklich die Zeit zum Essen ist. Ich selber entschied mich als Vorspeise eine Teigtasche gefüllt mit Krebsfleisch und Spargel an Salat zu nehmen und als Hauptgang ein Steak mit Zwiebeln. Die Vorspeise war sehr lecker, auch wenn die Portion wirklich sehr klein war. Das Steak war leider etwas zu durch, aber es war dennoch nicht zu fest. Als Nachspeise gönnte ich mir eine Moccha-Schokoladencreme mit Sahne. Ich schätze mal, dass allein diese kleine Portion um die 400 Kalorien haben durfte, so reichhaltig war es im Geschmack. Auch wenn die Portionen sehr übersichtlich waren, so war der Geschmack vom aller feinsten und man hatte auf jeden Fall kein Hungergefühl mehr. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch das Dorf, bevor uns Ian wieder zurück nach Edinburgh brachte. Dort ging ich noch eine Weile durch die Stadt, da es wieder ein herrlich sonniger Tag war, bevor ich dann mit dem Bus die Heimreise antrat. Zuhause legte ich mich erstmal ins Bett, da der Wein, die Sonne und das leckere Essen mich sehr müde gemacht hatten. Später am Abend telefonierte ich noch mit Michaela und schlief dann auch bald darauf ein.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Erholung. Nach einem kraftspendenden Frühstück spazierte ich zu meinem Barbershop. Leider war er für heute komplett ausgebucht, so dass ich mir einen Termin für Montagvormittag geben ließ. Nun hatte ich genügend Zeit noch etwas länger durch Stockbridge zu schlendern. An der Videothek überlegte ich kurz, ob ich mir nicht doch für den Abend en paar DVDs ausleihen sollte, was ich dann auch machte. Von dort aus ging es dann wieder zurück, auf dem Weg schaute ich noch kurz im Supermarkt rein. Zuhause ging ich dann erstmal ins Internet um den letzten Spieltag in der Bundesliga zu verfolgen. Die Ergebnisse waren alle nach meinem Geschmack, der häßliche Vfb aus Stuttgart nur im Uefa-Cup und die 1859er abgestiegen in die zweite Liga. Wirklich eine sehr gute Saison, vor allem weil die Münchner Bayern mal nicht Meister wurden. Danach bereitete ich mir mein Abendessen vor und wartete dann auf meinen Mitbewohner, dem ich zeigen musste, wie man unser Badezimmer zu putzen hat, da er trotz seiner 34 Jahre weder putzen noch kochen kann. Gegen 19 Uhr trudelte er endlich ein und mit Putzlappen und Reinigern bewaffnet startete ich meine Präsentation, eine halbe Stunde später glänzte unser Badezimmer. Nun hoffe ich nur, dass er auch alles genau mitverfolgt hat und nächste Woche unser Bad wieder so glänzen wird. Danach schaute ich mir dann meinen ersten Film an, Kill Bill Vol. 1. Ich finde es ist ein Film, den man wirklich anschauen kann, hat mich gut unterhalten. Bevor ich mir den nächsten Film anschauen konnte, wollte ich noch mit Flela telefonieren, die den ganzen Tag bei der Hochzeit ihrer Tante war. Danach ging es dann mit dem zweiten Film, Intermission, weiter. Ein Film, der in Irland spielt und sehr interessant, teilweise auch lustig ist. Nach dem Film war es dann schon weit nach halbzwei, so dass ich hundemüde und mit fast quadratischen Augen ins Bett stolperte.

Am frühen Sonntagmorgen kitzelten mich dann die Sonnenstrahlen aus dem Schlaf. Nach einem kleinen Frühstück ging um 11 Uhr aus dem Haus. Mein Weg führte mich zum Parkplatz der Haymarket Station, dort traf ich auf Olivier und gemeinsam warteten wir auf Liz, die heute unser Chauffeur war. Unser Ziel waren die südlichen Pentland Hills, dort waren alle Lehrer des Language Departements zu einer Gartenparty eingeladen, die gleichzeitig Abschiedsparty für die gastgebende Lehrerin, aber auch irgendwie für Olivier und mich, war. Unser Weg führte uns an West Linton und Biggar vorbei und dann waren wir auch schon in dem malerischen 20-Seelen-Dorf mit dem unausprechbaren Namen Quothquan. Es herrschte wahres Kaiserwetter und die Gartenparty entwickelte sich zu einem wahren Erfolg. Es gab als Begrüßungsgetränk für Olivier und mich Pimm's. Ein typisch englischer Cocktail, bestehend aus dem namengebenden Pimm's und Limonade. Man gibt in eine Karaffe ca. sechs bis sieben Gurkenscheiben, vier bis fünf geviertelte Erdbeeren und jede Menge Minzblätter, dann füllt man ca. 1/3 der Karaffe mit Pimm's Likör und den Rest mit Limonade auf und kippt noch ein paar Eiswürfel rein. Es ist ein sehr erfrischender Cocktail, mit recht geringen Alkoholgehalt und einem süßlichen Geschmack, der entfernt an Eistee erinnert. Zum Essen wechselte ich dann von Pimm's auf Lager. Es gab drei verschiedene Sorten Lasagne, gefüllte Auberginenrouladen und Salat. Es war sehr schmackhaft und vor allem reichlich. Nach dem Essen erreichte mich dann auch endlich der erlösende Anruf von Christoph. Mein KSC hat es geschafft und mit 1:0 gegen Aachen gewonnen, somit bleiben wir in der 2.Liga und haben dazu noch Mainz 05 zum Aufstieg verholfen. Glücklich über den Klassenerhalt, gönnte ich mir dann noch einen Nachtisch, auch da hatte man die Auswahl zwischen Erdbeerkäsekuchen oder Kaffee-Schokoladenkuchen. Ich entschied mich für letzteren. Es war sehr lecker und später am Abend wurden wir dann von Liz heimgefahren. Der Abschied war etwa seltsam, denn ich wußte, dass ich die meisten dieser Menschen nicht mehr sehen werde, was in mir schon etwas Wehmut aufkommen ließ, da ich in allen meine Kollegen sehr nette Menschen gefunden hatte und einige wirkliche Freunde geworden sind. Zuhause bemerkte ich dann, dass ich dank der starken Sonneneinstrahlung einen ziemlichen Sonnenbrand hatte. Ihr lest es richtig, einen Sonnenbrand, und das in Schottland, unglaublich aber wahr. Sofort rieb ich mir das Gesicht und den Nacken mit einer feuchtigkeitsspendenen Creme ein. Am Abend telefonierte ich noch kurz mit meinem süßen Engel in Deutschland bevor ich dann total erledigt in mein Bett fiel.

Was nun in meiner letzten Woche in Edinburgh passiert, ob ich mir noch mehr Sonnenbrände hole und ob ich es schaffe eine Flasche Pimm's Likör aufzutreiben, könnt ihr in den nächsten Wochen hier nachlesen. Ich möchte mich nun schon mal bei allen bedanken, die immer fleißig zum Schottenchat gekommen sind, die meine Seite bei der einen oder anderen Abstimmung unterstützt haben und die sonst meine Zeit hier in Edinburgh auf die eine oder andere Weise mitverfolgt haben. Ich hoffe, ihr werdet auch in Zukunft Spaß an der Seite haben, denn auch wenn ich bald wieder in Deutschland sein werde, so wird es diese Seite weiterhin geben.

Bis denn, dann...

Euer Alex


24.05.- 30.05.04

Sonniges Wetter läutete den Montagmorgen meiner letzten Woche in Schottland ein. Nach der üblichen Morgenzeremonie machte ich mich auf den Weg zur Videothek um meine ausgeliehenen DVDs abzugeben. Zum letzten Mal schlenderte ich also am Sainsbury's vorbei, weiter in Richtung Stockbridge. Nachdem ich meine Filme ordnungsgemäß abgegeben hatte war es auch schon Zeit meinen Frisör aufzusuchen, da ich dort einen Termin hatte. Wie immer hatte ich eine sehr nette Unterhaltung mit dem Schneidermeister. Kurze Zeit später hatte ich einen aufregend frischen Kurzhaarschnitt, spüren konnte ich dies am kalten der Wind der nun eisig über meine Kopfhaut strich. Zuhause las ich dann die neusten Nachrichten im Internet und richtete mir danach eine warme Mahlzeit. Als die Küche wieder von allem Schmutz und Chaos befreit war, säuberte ich mich und machte mich fertig, um mich mit Thomas in der Stadt zu treffen. Um kurz vor 19 Uhr wartete ich an der Ecke Princes Street/ Lothian Road auf ihn. Wenig später traf Thomas auch ein, unser erstes Ziel war ein traditionelles Pub neben dem King's Theater namens Bennett's. Dort hatten sie eine wunderbare Auswahl an Single Malts von denen wir uns auch zwei verschiedene zu Gemüte führten. Danach zogen wir weiter durch die Southside der Stadt. Nach einem kurzen Spaziergang über die Meadows ging es dann in die nächste Bar mit dem netten Namen "The Argyll", leider erwies sich das Pub selber als eher durchschnittlich und nicht sehr einladend. Nach nur einem Pint setzten wir unseren Weg fort. Nun enterten wir die Clerk Street, dort herrschte immer noch reger Verkehr und wir steuerten auf ein Pub, das "The Abbey" hieß zu. Im Pub selber war es eher ruhig, auch wenn zwei lustige Gesellen ab und an ein paar Songs performten und jeder dazu eingeladen war, auch mal ins Mikrophon zu blöken. So etwas nennt sich dann Open Microphone Night. Dort hielt es auch nicht allzulang und unser nächstes Pub lag etwas abseits in einer Seitenstraße. Von außen machte es einen unscheinbaren Eindruck, aber ein Schild am Fenster verlautete, dass dort jeden Abend traditionelle schottische Musik gespielt wird. Abenteurlustig wie wir waren betraten wir unerschrocken den kleinen verrauchten Raum. In dem Moment als alle Blicke auf uns gerichtet waren, wußten wir, dass wir wohl eher unerwartete Gäste waren. So tranken wir ein weiteres Pint bevor wir dann schnell diesen kleinen Schuppen verließen um dann unser Abschluß- und endgültiges Abschiedsbier im Scotsman zu genehmigen. Gegen 23 Uhr liefen wir dann durch einen frühlingshaften Abend nach Hause. Bevor sich unsere Wege für unbestimmte Zeit trennten verabschiedete ich mich von Thomas und ging dann gedankenverloren durch die Nacht nach Hause.

Am Dienstag gönnte ich mir dann den Luxus sehr spät aufzustehen, da ich keine besonderen Verpflichtungen an diesem Tag hatte und ich die letzte Woche möglichst intensiv genießen wollte. Irgendwann am späten Vormittag verließ ich dann doch die warme Gemütlichkeit meines Schlafplatzes. Ich nutzte die Ruhe im Haus, um in aller Ruhe zu Frühstücken und zu lesen. Später machte ich mich dann noch auf zu einem Spaziergang. Als ich dann am Nachmittag wieder in der Wohnung ankam, packte mich der Aktionismus und ich fing an die Wohnung zu putzen. Der Abend war dann recht ereignislos, da für heute kein Schottenchat angesetzt war und auch sonst kein anderer Termin auf meinem Plan stand.

Für den Mittwoch hatte sich dann mein letzter Besuch für Edinburgh angekündigt. Gegen Mittag holte ich Ali und seine Freundin am Flughafen in Edinburgh ab. Dies lief alles ohne Probleme ab und die Wiedersehensfreude nach fast einem Jahr war bei uns beiden sehr groß. Nachdem die beiden ihre Taschen abholt hatten ging es dann zum Auto und mit diesem nach Edinburgh. Zunächst steuerte ich mein Haus an, doch da an diesem Nachmittag das Treppenhaus gebohnert wurde und wir so nicht in meine Wohnung konnten, schnappten wir nur das nötigste für unterwegs und machten uns dann auf den Weg zur Bushaltestelle. Mit der Linie 41 ging es dann in die Innenstadt, wo wir umtiegen und uns auf den Weg nach Musselburgh machten. Dort spazierten wir bei Sonnenschein zur Strandpromenade und dort am Meer entlang zurück nach Portobello. In Portobello überkam uns dann so langsam der Hunger. In einem Supermarkt kauften wir dann ein gegrilltes Hähnchen, etwas Brot und fertig zuereiteten Salat und als Nachspeise Joghurt. Mit unserer Beute machten wir uns wieder auf den Weg zur See und an der Promenade fanden wir dann einen geeigneten Picknikplatz. Frisch gestärkt ging es dann weiter durch Porobello und zurück zur Innenstadt von Edinburgh. Nun endlich war es spät genug, um wieder in meine Wohnung zu können, da die Arbeiten im Treppenhaus abgeschlossen waren. In der Wohnung zeigte ich Ali und seiner Freundin ihren Schlafplatz. Ali überraschte mich dann mit einem Gastgeschenk, drei Flaschen köstliches Rothaus Tannezäpfle, welches er sich extra von seiner Schwester aus Deutschland mitbringen ließ. Nach einer kurzen Ruhepause machten wir uns dann wieder frisch und auf den Weg zurück ins abendliche Edinburgh. Dort schlenderten wir durch die Straßen der New Town und hielten an dem einen oder anderen Pub. Im Auld Hundred in derRose Street kehrten wir dann zu einem späten Abendessen ein. Es gab traditionelles Pub-Food mit Haggis, Steak Pie und Roast Chicken. Dazu schauten wir das Champions League Finale, welches ziemlich ungefährdet vom FC Porto gewonnen wurde. Nach einem Schlummertrunk in einem der unzähligen Pubs der Rose Street ging es nach Hause. Dort angekommen machten es sich meine Gäste in ihrem Nachtlager bequem und ich zog mich in meine Gemächer zurück.

Der Donnerstag fing für uns alle sehr früh an, da eine Erkundungstour durch Edinburgh auf dem Programm stand. Um kurz nach 8 Uhr stand ich schon frisch geduscht in der Küche, um unser Frühstück zuzubereiten. Noch etwas verschlafen aber gestärkt ging es dann mit dem Bus wieder in die City. Dort steuerte ich mit Ali und Gülten unser erstes Ziel, den Calton Hill an. Es war ein herrlich sonniger Tag und die Temperaturen waren sehr angenehm. Der Aufstieg zum Calton Hill liegt im unteren Schwierigkeitsniveau, dennoch kamen wir leicht schnaufend auf dem Hügelplateau an, aber unsere Anstrengung wurde mit einer wundervollen Aussicht belohnt. Ali war davon total fasziniert, für mich selber war dies der vierte Aufstieg auf den Calton Hill, so mit war es für mich nichts besonderes mehr, auch wenn das Wetter an diesem Tag, eine noch bessere Aussicht als sonst ermöglichte. Nach dem wir uns einige Minuten auf dem Calton Hill amüsierten und uns die Bauwerke wie das Natinal Monument, ein Nachbau des Parthenon oder das Nelson Monument angeschaut hatten, ging es wieder bergab zum Waterloo Place. Von dort liefen wir zu einem kleinen Laden im Canongate und deckten uns mit etwas Proviant ein, da als nächstes der Aufstieg zum Arthur's Seat anstand. Nach der Besichtigung des Holyrood Palaces, genauer gesagt der öffentlichen Toiletten an der Rezeption, da der Eintrittspreis von 6,50 Pfund pro Nase uns doch etwas abgeschreckte, ging es an der Baustelle des Holyrood Parliament Buildings vorbei zum Fuß des Arthur's Seat. Der Aufstieg dauerte eine knappe halbe Stunde, aber für all die Mühen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Von der Spitze hatte man einen Ausblick über den Firth of Forth bis hinüber nach Fife und im Süden zu den Hügeln der Pentland Hills und im Westen über die Innenstadt. Dort oben leißen wir uns unser Lunch schmecken und den angenehmen Wind um die Nase wehen. Doch jede Pause hat ihr Ende und so machten wir uns auf den Abstieg hinunter zur Innenstadt. Als nächstes schlenderten wir dann über die Royal Mile, in der schon sehr viel los war und dank des sonnigen Wetters viele Menschen die Tische der Pubs und Cafés besetzten, trotzdem gelang es uns einen Tisch vor einem Café zu ergattern. Hier gönnten wir uns einen Milchkaffee, bevor wir uns wieder in das bunte Treiben auf der Royal Mile stürzten. Mit dem Menschenstrom ließen wir uns in Richtung Castle treiben. Dort angekommen war es zwar schon zu spät für eine Besichtigung von Innen, aber den Blick hinab vom Castle Hill konnte man dennoch genießen. Es war schon später Nachmittag als wir uns dann vom Castle hinab zum Grassmarket begaben. Dort steuerten wir den Biergarten des Beehive an, der in einem schönen Innenhof gelegen war. Hier schrieben Ali und Gülten ihre Postkarten und gemeinsam gönnten wir uns ein erfrischendes Pint. Die Sonne schien weiterhin warm auf unser Haupt, doch vom Hunger getrieben suchten wir ein weiteres Lokal auf. Diesmal führte ich meine Gäste zum Frankensteins. Dort gefiel es beiden, dank der beeindruckenden Inneneinrichtung, sofort und wir blieben dort zum Dinner. Das Essen schmeckte uns sehr gut und wir wurden dazu auch noch bestens unterhalten, da pünktlich um 20 Uhr Frankenstein's Monster zum Leben erwachte. Von dort dürstete es uns noch nach mehr Unterhaltung und Nachtlebens, so war unser nächstes Ziel Finnegan's Wake, da es dort täglich Live Musik gibt. Und wir wurden nicht enttäuscht, es war ziemlich voll, aber die Stimmung war sehr ausgelassen und das Bier schmeckte uns sehr gut. Mit dem Taxi ging es dann nach Kneipenschließung nach Hause. Dort schlummerten wir alle aufgrund des recht anstrengenden Tages mit einigen Aufstiegen und Höhepunkten schnell ein.

Freitagmorgens zeigte sich Edinburgh von seiner grauen Seite und vom Sonnenschein des Vortags war nicht mehr viel übrig. Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück packte Gülten ihre Sachen und wir brachten sie zum Flughafen in Edinburgh, da sie leider wieder zurück nach London musste. Nach dem einchecken tranken wir zusammen noch einen Kaffee im Bistro, bevor Ali sich von seiner Freundin verabschiedete und zusammen mit mir wieder zurück nach Edinburgh fuhr. Dort nutzte ich den Tag zum Aufräumen des Zimmers und zum Ausruhen, während Ali sich alleine auf den Weg in die Stadt machte. Am späten Nachmittag traf ich mich dann mit ihm im Standing Oder zu einem frühen Dinner. Nach einem weiteren Bier in der Halfway Bar fielen wir pünktlich um kurz nach 21 Uhr im Scotsman ein. Anfangs war das Pub an diesem Freitagabend noch weniggefüllt, doch die Band war wie immer in Spiellaune und nach und nach kamen auch die trinkfreudigen Gäste. Es war wie immer sehr ausgelassen und die Band lieferte eine bekannt gute Show. Nach der Last Order um kurz vor Mitternacht fuhren Ali und ich dann mit einem Taxi nach Hause. Dort schliefen wir aufgrund der einschläfernden Wirkung des Hopfens sehr schnell ein.

Am späten Samstagmorgen erwachte ich mit einem leichten Kater, der aber nach einem stärkenden Frühstück und der belebenden Dusche schnell verflogen war. Ali machte sich dann nochmals allein auf den Weg zum Stadtzentrum, während ich mich um meine dreckige Wäsche kümmerte. Am Nachmittag kam Ali dann wieder in meiner Wohnung an, dort schauten wir noch etwas schottisches Unterhaltungsprogramm, bevor ich ihn dann zum Flughafen brachte. Dort verabschiedete ich mich schnell von ihm und wünschte ihm einen guten Flug zurück nach London, und steuerte dann meinen Wagen wieder auf die Autobahn nach Glasgow, da ich nun direkt weiter zum Flughafen Prestwick fuhr, um meine Freundin abzuholen. Die Fahrt dorthin war wie immer langweilig und zog sich ewig dahin, aber die Vorfreude auf Michaela machte es einigermaßen erträglich. In Prestwick angekommen stellte ich mein Auto auf dem Parkplatz ab und wartete auf meinen Schatz. Leider hatte ihr Flug eine halbe Stunde Verspätung, so dass ich in Ruhe meinen Kaffee schlürfen und in der Zeitung lesen konnte. Endlich kam sie dann aus der Ankunftshalle heraus, überglücklich fielen wir uns in die Arme und machten uns auf den Heimweg nach Edinburgh. Dort kamen wir ziemlich müde am späten Abend an, nachdem alles Gepäck in meinem Zimmer verstaut war, aßen wir noch eine Kleinigkeit und feierten dann unser Wiedersehen.

Der Sonntag stand zunächst im Zeichen von Gemütlichkeit und Ruhe. Nach einem ausgiebigen Genießerfrühstück machten wir uns auf den Weg zur Innenstadt. Unser Ziel war Leith, genauer gesagt das Easter Road Stadion, da wir uns das Länderspiel Schottland gegen Trinidad&Tobago anschauen wollten. Pünktlich zur schottischen Nationalhymne nahmen wir unsere Plätze auf der Südtribüne ein. Die erste Halbzeit war recht flott und Schottland schoß vier Tore, was für die Stimmung im Stadion sehr gut war. Nach der Pause zeigte sich ein anderes Bild, in der schottischen Mannschaft wurde kräftig durchgewechselt und die Spieler von Trinidad&Tobago kamen immer besser ins Spiel und schoßen dann auch den verdienten Ehrentreffer. Nach dem Spiel wollte ich dann schnell nach Hause, da ich ziemlich hungrig war, doch Michaela steuerte zunächst auf eine Menschentraube hinter der Haupttribüne an, dort warteten einige Menschen auf die Mannschaften um Autogramme zu ergattern. So reihten wir uns in die Schar der wartenden Anhänger, unser Ziel der Begierde waren aber nicht die Spieler, sondern Berti Vogts. Unser Warten sollte nach einer Stunde belohnt werden und so kam Michaela und ich zu einem Bild mit McBerti. Nun ging es aber schnell nach Hause, da ich nun nicht nur Hunger hatte, sondern auch noch auf die Toilette musste. Zuhause angekommen bereiteten wir dann ein köstliches Essen zu und unterhielten uns am Abend noch mit meinen Mitbewohnern. Danach packten wir noch unsere Taschen, da am nächsten Morgen unsere Rundreise durch Schottland startete.

Dies war also nun der letzte Wochenbericht aus Edinburgh. Die Rundreise wird ein eigenes Kapitel sein, mehr möchte ich aber darüber noch nicht verraten, sobald es dazu Neuigkeiten gibt, könnt ihr diese hier erfahren. Flela und ich hoffen, dass ihr euch beim Lesen der Berichte und beim Ansehen der Bilder gut amüsiert habt und uns weiterhin treu bleibt. Vielleicht hat nun der eine oder andere richtig Lust einen Kurztrip nach Edinburgh zu unternehmen.

Good Bye,

Alex





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